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descriptionFrau hält sich den Kopf
Quälende Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache – je nach Ausprägung handelt es sich um Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Cluster-Kopfschmerzen.
descriptionGrafik: Gehirn
Wer häufig, heftig oder auch plötzlich Kopfschmerzen bekommt, sollte zum Arzt gehen. Denn von der Diagnose hängt ab, welche Therapie die richtige ist.
descriptionTabletten
Je nach Ausprägung der Beschwerden machen klassische Schmerzmittel, Triptane, aber auch Naturheilmittel den Kopf wieder frei.
descriptionAkupunktur
Nicht passiv leiden, sondern selbst aktiv etwas gegen die Kopfschmerzen tun, fordern Schmerztherapeuten. Sie helfen, eine Lösung zu finden, auch mit Alternativmedizin.
descriptionYoga
Kopfschmerz vorbeugen oder die Anzahl der Attacken reduzieren – Entspannung und ein regelmäßiger Tagesablauf ohne Reizüberflutung helfen dabei.
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Kopfschmerzen: Wenn der Kopf dröhnt

Kopfschmerzen hat fast jeder einmal: Frauen häufiger als Männer, jüngere Menschen öfter als alte. Meist sind es Spannungskopfschmerzen oder auch Migräne, seltener der stechende Cluster-Kopfschmerz. Lebensbedrohlich ist keiner dieser Schmerzen – wenn sie nicht als Symptom einer Krankheit auftreten. Doch sie können das Leben zur Qual machen.

Im Überblick



Kopfschmerzen können als Begleiterscheinung von Krankheiten auftreten, etwa bei einer Grippe, Bluthochdruck oder einem Tumor. Von diesen sogenannten sekundären Kopfschmerzen soll hier nicht die Rede sein, sondern von den primären Kopfschmerzen. Hier lassen sich keine krankhaften Veränderungen im Körper finden, die den Schmerz verursachen. Der Schmerz selbst ist die Krankheit. Wenn es im Schädel brummt, pocht, sticht oder hämmert, ist die Kommunikation übererregter Zellen aus dem Gleichgewicht geraten: An sich unbedeutende Reize gelangen ins Schmerzsystem und machen sich als Schmerzen im Kopf bemerkbar.

Man unterscheidet grob in Spannungskopfschmerzen, Migräne und Cluster-Kopfschmerzen. Insgesamt gibt es jedoch 200 verschiedene Arten von Kopfschmerzen.
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Spannungskopfschmerz: Dumpfer Druck im ganzen Schädel

Spannungskopfschmerzen beginnen häufig im Nacken und breiten sich dumpf-drückend über den gesamten Kopf bis zur Stirn aus. Manchmal schmerzt es besonders heftig hinter den Augen. Auch die Nackenmuskeln können wehtun. Es fühlt sich an, als stecke der Kopf in einem Schraubstock und als stoße das Gehirn bei jeder heftigen Bewegung gegen die Schädeldecke.

Dieser diffuse Rundumschmerz hat keine weiteren Begleitsymptome – etwa Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit wie bei einer Migräne. Er plagt uns scheinbar grundlos. Manchmal verschwindet die Pein schon nach wenigen Minuten, sie kann aber auch tagelang andauern.

Spannungskopfschmerz stört uns im Alltag und bei der Arbeit. Wir können uns nicht so gut konzentrieren und schaffen weniger. Aber die wenigsten gehen deshalb zum Arzt, vor allem wenn sie episodische Spannungskopfschmerzen haben. Diese kommen nicht häufiger als zwölfmal im Jahr vor, und Linderung ist meist leicht zu erreichen.

Treten Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen im Monat auf, spricht man von chronischen Kopfschmerzen, die gezielt behandelt werden müssen. Ob bereits der Hausarzt helfen kann oder ein Neurologe beziehungsweise ein Schmerzmediziner herangezogen werden muss, ergibt sich aus der individuellen Krankheitsgeschichte und dem Therapieerfolg.
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Spezialfall: Kopfschmerzen durch Schmerzmittel

Kopfschmerz ist neben Rückenproblemen die häufigste Schmerzkrankheit. Doch Kopfschmerzpatienten gehen oft nicht zum Arzt, sondern bekämpfen ihr Leiden auf eigene Faust – mit Schmerztabletten. Das kann allerdings fatale Folgen haben: Denn Schmerzmittel, regelmäßig eingenommen, können ihrerseits chronische Kopfschmerzen verursachen.

Unter medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzen leiden schätzungsweise fünf bis zehn Prozent aller Kopfschmerzpatienten: Sie haben fast täglich Spannungskopfschmerzen oder Migräne, nehmen mindestens jeden zweiten Tag Schmerzmittel oder Migränemedikamente ein, erreichen damit jedoch keine Kopfschmerzprophylaxe und leiden vermehrt, wenn sie keine Medikamente nehmen. Erst nach einem regelrechten Entzug haben sie deutlich weniger Kopfschmerzen.

Eine Auswertung verschiedener Kopfschmerzstudien hat gezeigt, dass die Betroffenen täglich knapp fünfmal Medikamente nehmen und dabei zwischen 2,5 und 5,8 verschiedene Wirksubstanzen zu sich nehmen. 3,5-mal so viele Frauen wie Männer sind durch übermäßigen Medikamentenkonsum zu chronischen Kopfschmerzpatienten geworden. Nach einem Entzug liegt die Erfolgsquote langfristig bei 60 bis 70 Prozent. Als Erfolg gilt, wenn sich die Kopfschmerztage pro Monat mindestens halbieren.
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Cluster-Kopfschmerz: Stiche im Sekundentakt

Dieser extrem starke, aber relativ seltene Kopfschmerz betrifft meistens Männer. Warum das so ist, weiß man bisher nicht. Die Schmerzattacke kommt ohne Vorwarnung mit zahlreichen messerscharfen Stichen auf einer Kopfseite, besonders hinter einem Auge und um dieses Auge herum. Ein typisches Symptom der Cluster-Kopfschmerzen ist, dass das Auge der betroffenen Seite sich während eines Schmerzanfalls verengt, rötet und tränt. Gleichzeitig läuft die Nase oder ist verstopft. Die äußerst schmerzhaften Attacken dauern zwischen 15 und 180 Minuten, wiederholen sich bis zu achtmal pro Tag und ziehen sich oft vier bis zwölf Wochen hin. Danach herrscht für längere Zeit Ruhe. Meist beginnen die Schmerzen nachts zur stets gleichen Zeit: ein bis zwei Stunden nach dem Einschlafen oder in den frühen Morgenstunden. Cluster-Kopfschmerzen sind nicht heilbar und wegen ihrer Intensität nur mit Medikamenten in den Griff zu bekommen.
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Migräne: Der Alltag kommt zum Stillstand

Wer eine Verabredung wegen Migräne absagt, wird oft belächelt. Denn diese Kopfschmerzform gilt manchen Menschen immer noch als eine (eingebildete) Befindlichkeitsstörung nervenschwacher Damen. Migräne ist jedoch eine ernst zu nehmende Erkrankung, deren Veranlagung vererbt wird. Zehn Prozent aller Erwachsenen leiden darunter: fünf Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen. Am häufigsten treten Migräneanfälle zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr auf. Die Schwere und Häufigkeit von Migräneanfällen nimmt bei Frauen und bei Männern nach dem 45. Lebensjahr meistens ab. Manche Patienten bekommen nur ein- oder zweimal im Jahr einen Anfall, andere mehrmals im Monat.

Ähnlich wie beim Spannungskopfschmerz ist bei der Migräne die Reizverarbeitung im Gehirn gestört. Harmlose Impulse verwandeln sich in Schmerz. Zusätzlich entzünden sich die Gefäßwände und die Blutgefäße sind weit gestellt. Man spürt dies durch schmerzhaftes Pochen. Heilbar ist Migräne nicht, denn die angeborene Bereitschaft des Körpers, auf harmlose Reize mit Schmerzattacken zu reagieren, bleibt lebenslang erhalten.

Experimente an der Universität Kiel haben gezeigt, dass Migränepatienten Reize intensiver wahrnehmen. Ihre Hirnaktivität bleibt hoch, auch wenn der Reiz verklungen ist und das Gehirn Gesunder sich längst wieder beruhigt hat. Kommt zu dieser Dauererregung noch irgendein Migränetrigger, bricht die Reizverarbeitung endgültig zusammen – die Migräne beginnt. Unbehandelt kann sie zwischen vier und 72 Stunden dauern.

Migräne kann in jeder Lebenssituation und unerwartet auftreten, hat aber konkrete Trigger (Auslöser). Das können bei Frauen hormonelle Einflüsse sein (die Menstruation, die Anti-Baby-Pille). Das können Medikamente oder Nahrungsmittel sein – etwa Rotwein, Käse oder Schokolade. Das kann Stress oder ein Mangel an Schlaf, Kohlenhydraten oder Koffein sein. Auch Flüssigkeitsmangel kann einen Migräneanfall auslösen.

Typische Symptome bei Migräne

Während der Spannungskopfschmerz beidseitig auftritt, beschränkt sich der pochend-pulsierende Migräneschmerz auf eine Kopfhälfte. Die Seite der Kopfschmerzen kann allerdings von einem Migräneanfall zum anderen oder sogar während einer Attacke wechseln. Eine Migräneattacke ist meist von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Das erschwert die Einnahme von Schmerzmitteln. Viele Betroffene sind außerdem licht-, geruch- und lärmempfindlich. Bewegung und körperliche Anstrengung verschlechtern die Symptome.

Migräne mit Aura

Häufig gehen den eigentlichen Kopfschmerzen andere Beschwerden voraus: Der Betroffene hat Sehstörungen, sieht Lichtblitze und hat bewegliche Formen vor Augen. Manchmal kommen Kribbelgefühle in den Gliedmaßen hinzu, die bis hin zu Lähmungserscheinungen gehen können. Diese Vorankündigung der Migräne nennen Fachleute Aura. Die Aura-Symptome verschwinden, sobald die eigentlichen Kopfschmerzen einsetzen. Die Behandlung der Migräne zielt zum einen darauf ab, die Auslöser zu erkennen und zu meiden. Zum anderen setzt sie auf Medikamente gegen den akuten Schmerz während einer Attacke sowie auf Wirkstoffe zur Vorbeugung weiterer Migräneanfälle.
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Wenn Kindern dauernd der Kopf schmerzt

Auch Kinder können bereits an Kopfschmerzen oder Migräne leiden. Klagt Ihr Kind wiederholt über Kopfschmerzen, gehen Sie mit ihm am besten zum Kinderarzt. Vielleicht braucht es ja nur eine Brille, um die Kopfschmerzen zu vertreiben, die in diesem Fall meist während des Schulunterrichts auftreten.

Wenn Ihr Kind körperlich gesund ist, aber trotzdem oft Kopfschmerzen hat, lohnt es sich, den Alltag genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn manche Kinder reagieren mit Kopfschmerzen auf Überforderung oder seelische Anspannung.
  • Kommt Ihr Kind in der Schule gut zurecht oder braucht es zusätzliche Unterstützung?
  • Ist am Nachmittag genügend Zeit zum Spielen und Entspannen? Sind die Kurse, Termine und Trainingszeiten, zu denen Ihr Kind geht, tatsächlich alle nötig?
  • Verbringt Ihr Kind viel Zeit vor dem Fernseher oder dem Computer?
  • Nehmen Sie sich genügend Zeit für Ihr Kind? Gibt es Gelegenheit zum Erzählen von Erlebnissen, Freude und Kummer?
  • Ist die Familienatmosphäre entspannt? Gibt es oft Streit mit den Geschwistern oder zwischen den Eltern?
Oft helfen schon kleine Veränderungen des Tagesablaufs, damit der Kopfschmerz verschwindet oder zumindest seltener auftritt:
  • weniger Aktivitäten und Termine
  • mehr Zuwendung und Ruhe
  • regelmäßige Entspannung mit Musik oder Vorlesen und Erzählen
  • weniger Fernsehen und Computerspiele
  • geregelte Mahlzeiten
  • ausreichend Schlaf

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Frau fasst sich an den Rücken
© Shutterstock
Die Nackenmuskeln schmerzen und der Kopf fühlt sich an, als würde ihn ein Schraubstock zusammendrücken – das sind typische Anzeichen für den Spannungskopfschmerz
Tabletten mit Wasserglas
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Wer täglich Schmerztabletten einnimmt, riskiert zusätzliche Kopfschmerzen. Diese medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzen betreffen bis zu ein Zehntel aller Kopfschmerzpatienten.
Rotwein
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Auslöser für eine Migräneattacke kann zum Beispiel ein Glas Rotwein sein. Aber auch manche Medikamente, Stress oder zu wenig Schlaf kommen infrage.
Malender Junge
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Auch Kinder können Kopfschmerzen haben. Treten sie öfter auf, sollte der Kinderarzt abklären, ob nicht eine Krankheit oder Überlastung dahintersteckt. Oft sind Kopfschmerzen bei Kindern auch der erste Hinweis auf eine Fehlsichtigkeit.