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descriptionFrau hält sich den Kopf
Quälende Kopfschmerzen ohne erkennbare Ursache – je nach Ausprägung handelt es sich um Migräne, Spannungskopfschmerzen oder Cluster-Kopfschmerzen.
descriptionGrafik: Gehirn
Wer häufig, heftig oder auch plötzlich Kopfschmerzen bekommt, sollte zum Arzt gehen. Denn von der Diagnose hängt ab, welche Therapie die richtige ist.
descriptionTabletten
Je nach Ausprägung der Beschwerden machen klassische Schmerzmittel, Triptane, aber auch Naturheilmittel den Kopf wieder frei.
descriptionAkupunktur
Nicht passiv leiden, sondern selbst aktiv etwas gegen die Kopfschmerzen tun, fordern Schmerztherapeuten. Sie helfen, eine Lösung zu finden, auch mit Alternativmedizin.
descriptionYoga
Kopfschmerz vorbeugen oder die Anzahl der Attacken reduzieren – Entspannung und ein regelmäßiger Tagesablauf ohne Reizüberflutung helfen dabei.
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Selbsthilfe: Dem Kopfschmerz die Stirn bieten

Wenn ständig der Schädel brummt, wollen sich viele am liebsten ganz zurückziehen. Doch der Alltag mit Aufgaben im Job, Verantwortung für die Familie und Plänen für die Freizeit geht trotzdem weiter. Mit etwas Engagement können Sie erneuten Kopfschmerzattacken vorbeugen und Lebensqualität zurückgewinnen: Sport, frische Luft, Entspannung und ausreichend Trinken helfen.

Im Überblick



Menschen mit chronischen Kopfschmerzen müssen vernünftiger sein als andere Menschen, denn ungesunde Lebensgewohnheiten können Kopfschmerzen auslösen. Wie negativ sich zum Beispiel Alkohol und Zigaretten auf die empfindlichen Blutgefäße und Nervenbahnen im Kopf auswirken, wissen auch Menschen, die sonst nicht zu Kopfschmerzen neigen. Für empfindlichere Personen sind bereits unregelmäßiges Essen, ein schwankender Schlaf-Wach-Rhythmus, die Reizüberflutung durch Computer oder Fernseher sowie Bewegungsmangel Kopfschmerztrigger. Generell sollten Kopfschmerzsensible Stress und Hektik möglichst aus ihrem Leben verbannen.
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Kopfschmerz-Hilfe: Spannungen abbauen

Gezielte sportliche Aktivität und Bewegung an der frischen Luft beugen Kopfschmerzen vor. Planen Sie zum Beispiel Fußwege in Ihren Alltag ein oder machen Sie regelmäßige Abendspaziergänge zum Bestandteil Ihrer Woche. Wer mehr Aktivität verträgt, kann unter die Jogger gehen: Moderates Ausdauertraining im Freien verhindert Kopfschmerzattacken. Statt Joggen kann es auch Schwimmen oder Radfahren sein. Während eines Migräneanfalls ist Sport allerdings kontraproduktiv. Die Anstrengung verstärkt die Symptome nur.

Wer zu Spannungskopfschmerzen neigt, sollte seinen Gesichts-, Hals- und Schultermuskeln mit regelmäßigen Pausen Entspannung gönnen – vor allem, wenn sie am Schreibtisch, hinter dem Steuer oder vor dem Fernseher sitzen.

Ob Sie während einer Kopfschmerzattacke lieber einen kühlen Kopf bewahren oder es schön warm haben, spüren Sie selbst am besten. Generell gilt: Geht der Kopfschmerz auf körperliche Verspannungen zurück, bringt Wärme Erleichterung – etwa in Form eines aufgeheizten Kirsch- oder Traubenkernkissens im Nacken. Fühlen sich der Kopf schwer und die Schädeldecke „zu eng“ an, lindert Kälte den Schmerz – zum Beispiel ein Gelkissen aus dem Kühlschrank oder ein feuchtes Tuch auf der Stirn.

Selbsthilfe gegen Spannungskopfschmerz:

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Migräne: den Auslösern aus dem Weg gehen

Da die Veranlagung zu Migräne angeboren ist und Betroffene ein Leben lang begleitet, besteht die beste Selbsthilfe darin, seine Krankheit möglichst genau zu kennen. Wer seine „Schwachstellen“ für einen Migräneanfall kennt und weiß, was den Schmerz im Kopf am besten lindert, kann die Migräne einigermaßen unter Kontrolle halten.

Um die persönlichen Migräneauslöser – auch Trigger genannt – aufzuspüren, ist ein Migränetagebuch hilfreich. Darin notiert der Betroffene über einen längeren Zeitraum alle Umstände rund um einen Migräneanfall. Notieren Sie Essensgewohnheiten, Aktivitäten, Wetter, Ärger, Freude, Besonderheiten am Arbeitsplatz oder in der Familie. Alles muss ins Tagebuch. Dadurch findet man zum Beispiel heraus, ob einem bereits ein plötzlich veränderter Tagesablauf einen Migräneanfall beschert. Eine migräneverursachende Veränderung kann schon langes Ausschlafen am Wochenende oder im Urlaub sein.
Zu den häufigsten Triggerfaktoren zählen:
  • Stress durch übermäßige oder andauernde Belastungen
  • Wetterwechsel, Föhn, extreme Wetterlagen wie schwül-warmes Wetter
  • übermäßige, meist ungewohnte körperliche Anstrengung
  • Flüssigkeitsmangel
  • Nahrungsmittel, Lebensmittel-Zusatzstoffe wie der Geschmacksverstärker Natriumglutamat
  • Alkohol
  • Abweichung vom gewohnten Schlafrhythmus
  • Antibabypille/Menstruation

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Migräne-Selbsthilfe: Vorbeugen und Schmerzen lindern

Die Behandlung bei Migräne konzentriert sich auf die Schmerzbeseitigung und das Vorbeugen neuer Attacken. Treten die Kopfschmerzen beispielsweise häufig bei Stress auf, so kann man diesen Reizfaktor durch Ausdauersport (Jogging, Walking) und Entspannungstechniken entschärfen. Yoga oder Muskelentspannung nach Jacobson beruhigen überreizte Nerven und vermitteln Gelassenheit, die vielen Migränepatienten von Natur aus fehlt.

Wer anfällig für Migräne ist, reagiert oft empfindlich auf Unregelmäßigkeiten im Alltag. Zur Prophylaxe trägt daher schon ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus bei oder regelmäßige Mahlzeiten. Eine Hungerkur – vor allem der plötzliche Verzicht auf Kohlenhydrate – kann dagegen eine körperliche Belastung schaffen, die in Migräne mündet.

Wenn der Druck im Schädel zunimmt, sollte man den alltäglichen Belastungen Entspannung entgegensetzen. Manchmal genügt schon eine kleine Kaffeepause oder eine kurze Entspannungsübung, von denen einige durchaus auch bürotauglich sind.

Wenn der Migräneanfall dennoch kommt, können – neben den im Therapie-Kapitel besprochenen Medikamenten – Ruhe in einem abgedunkelten Zimmer sowie ein feucht-kühles Tuch auf Stirn und Nacken helfen.
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Vorsicht mit Schmerztabletten

Wenn Sie häufig Schmerzmittel gegen Kopfschmerzen einnehmen, sollten Sie einen Arzt um Rat fragen. Vermeintlich banale Kopfschmerzen können auch Ursachen haben, die medizinisch behandelt werden müssen. Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen
Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Auch weitere Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Manche Mittel eignen sich nur für den kurzzeitigen Gebrauch.

Schmerzmittel während der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sollte kein Medikament als „sicher“ angesehen werden, daher ist die Anwendung auf Situationen zu beschränken, in denen es wirklich nicht anders geht. Etliche Schmerzmittel sind für diesen Zeitraum kontraindiziert – das heißt, sie haben dafür keine Zulassung. Paracetamol dagegen kann unter strenger Risiko- und Nutzenabwägung während der gesamten Schwangerschaft zur Therapie eingesetzt werden. Für die Annahme, dass Paracetamol für die Entwicklung von Hodenhochstand, Asthma bronchiale oder ADHS mitverantwortlich sei, gibt es zurzeit keinerlei abgesicherte Beweise. Ibuprofen – ein NSAR, also ein nichtsteroidales Schmerzmittel – kann bis zur 28. Schwangerschaftswoche ebenfalls nach strenger Indikationsstellung eingenommen werden. Danach kann die Einnahme zu einer Arterienverengung im Herzen des Fötus und zu Nierenschäden führen. Acetylsalicylsäure sollte in der gesamten Schwangerschaft nicht zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.

Schmerzmittel bei älteren Menschen
Ältere Menschen bauen Medikamente langsamer ab. Da der Stoffwechsel nicht mehr so schnell arbeitet, wirken bestimmte Arzneien länger oder stärker. Menschen über 60 Jahre erzielen daher mit Ibuprofen, Naproxen oder Acetylsalicylsäure bereits bei einer geringen Dosis die erwünschte Wirkung.

Vorsicht mit Acetylsalicylsäure bei Kindern
Acetylsalicylsäure (ASS) darf bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen nur auf ärztliche Anweisung angewendet werden und auch nur dann, wenn andere Maßnahmen nicht wirken. Denn ASS kann im Zusammenhang mit Virusinfektionen das sogenannte Reye-Syndrom auslösen. Die Erkrankung ist selten, aber sehr gefährlich und bedarf einer sofortigen ärztlichen Behandlung. Hirn und Leber können dabei massiv geschädigt werden – in der Hälfte der Fälle ist das Reye-Syndrom tödlich.

Vorsicht mit Schmerzmitteln bei empfindlichem Magen
Einige Schmerzmittel-Wirkstoffe können die Magenschleimhäute reizen (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen). Wenn Sie einen empfindlichen Magen haben, sollten Sie „magenneutrale" Wirkstoffe wählen, beispielsweise Paracetamol. Außerdem gilt: Wer bei der Tabletteneinnahme ausreichend Wasser trinkt, beugt Magenproblemen vor. Brausetabletten sind deshalb im Allgemeinen besser verträglich. Achtung: Arzneistoffe, die die Magenschleimhäute schädigen, tun dies teilweise auch, wenn sie als Zäpfchen angewandt werden. Die Nebenwirkung entsteht nicht nur durch das Auflösen im Magen, sondern auch durch den Wirkstoff an sich.

Schmerzmittel nur kurzfristig einnehmen
Nehmen Sie Schmerzmittel nicht länger als drei Tage hintereinander ein. Weiterhin gilt die Empfehlung: nicht öfter als zehn Tage im Monat. Werden Kopfschmerzmittel öfter geschluckt, können sie ihrerseits Kopfschmerzen auslösen. Die Betroffenen greifen deshalb immer häufiger zur Tablette: Ein Teufelskreis entsteht.
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Spaziergang
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Spazierengehen an der frischen Luft kann Kopfschmerzen vorbeugen. Versuchen Sie, täglich etwas Bewegung im Freien zu haben. Nutzen Sie die Mittagspause und/oder machen Sie jeden Abend eine Runde.
Schlafende Frau
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Regelmäßiger Schlaf kann dabei helfen, einen Migräneanfall zu verhindern. Das bedeutet: Immer etwa zur gleichen Zeit ins Bett gehen und wieder aufstehen – dabei auf eine ausreichende Schlafdauer achten.
Joggen
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Ausdauersport wie Joggen ist ein guter Ausgleich für einen stressreichen Job. Es baut die Anspannung ab und lässt den Stresshormonspiegel im Blut wieder sinken.
Tasse Kaffee
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Nimmt der Stress überhand, schenkt eine Kaffeepause ein paar Minuten Ruhe.
Schwangere Frau
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In der Schwangerschaft sollten Schmerzmittel am besten gar nicht oder nur nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden. Vor allem Acetylsalicylsäure, Naproxen und Ibuprofen sind riskant. Auch Paracetamol sollten Schwangere nur bedingt anwenden, also nur nach strenger Nutzen-/Risikoabwägung durch den Arzt.